Die Blue Man Group hatte geladen und zu solch einem Großereignis lässt man sich schließlich nicht zweimal bitten. Sage und schreibe 70€-80€ wollen sie für ein Ticket der Berlin-Show haben, schierer Wucher. Ich schätze die Broadway-Variante wird auch nicht wirklich günstiger sein, also hieß es zugreifen als wir erfuhren, dass die Jungs in unserer Lieblingsarena um die Ecke gastieren. $45 sind zwar auch ganz schön happig, aber wenn man bedenkt, dass man dafür in Deutschland wohl grad mal ne’ Cola und ne’ Tüte Fritten bekommt, ist es eigentlich ganz ok.
Die Erwartungen waren groß, wenn auch unspezifisch: zwischen Multimedia-Show, Rock-Konzert und Entertainment mittels Haushaltsgeräten haben wir eigentlich mit so ziemlich allem gerechnet. Die Halle war dann leider nicht mal bis zur Hälfte gefüllt und alle Zuschauer saßen brav auf ihren Sitzen. Also mit dem Rock-Konzert wurde es schon erstmal nichts.
Bevor es richtig losging, heizte DJ-VJ Mike Relm erstmal mit einer Art Video-Scratch-Show gewaltig ein. Danach kamen die Jungs auf die Bühne und trommelten auf allem was nicht niet- und nagelfest war. Bestes Instrument meiner Meinung nach war eine Riesen-Mega-Kanonenschlag-Pauke mit schätzungsweise 2 Metern Durchmesser, die so dröhnte, dass der Videowürfel an der Decke bedrohlich zu wackeln anfing.
Der Titel der Show war übrigens: „how to be a megastar 2.1″. Und so gingen die Jungs quasi Stück für Stück eine Videoanleitung durch, wie man ein Rockstar wird. Natürlich wurde auch das Publikum gebührend eingebunden und so saß am Ende auch niemand mehr auf seinem Sitz. Fazit: super Show, schade dass es so leer war, ansonsten wäre die Stimmung sicherlich noch besser gewesen.


Danach ging’s noch zu den National Hockey Championsships, die glücklicherweise gleich nebenan waren. Ich glaube wir haben gegen Colorado oder sowas gespielt. Wir kamen beim Stand von 0-2 an und unsere Jungs haben das Ding noch über die Overtime in einen Sieg verwandelt. Da waren wir aber schon längst wieder auf dem Heimweg, die langen Pausen haben einen das eigentlich unterhaltsame Spiel doch extrem erschwert.


Am nächsten Abend stand der Besuch einer „Pseudo-Edel-Discothek“ – dem Sway – an, wo jeder Drink $12 aufwärts kostet. Schon am Eingang würde uns unser Auto abgenommen – valet parking. Für mich eine der sinnlosesten Erfindungen überhaupt: die drei Meter einparken hätt’ ich auch noch gekonnt. Dafür muss man dem Personal dann wieder ein bis zwei Dollar zustecken, damit die dann keine Beule in den schönen Schlitten fahren. Bei unserem Auto wär’s allerdings egal gewesen, war sowieso der Hässlichste auf dem Parkplatz.
Der Club selber war allerdings ganz cool. $10 Eintritt werden einem hier schließlich überall abgenommen und punkt zwei Uhr ist Schluß – das ist allerdings in ganz FL so, mit Ausnahme von Miami natürlich. Es gab einen mainfloor, einen chilloutfloor und mehrere VIP-Bereiche für die Reichen und Frauen. Ausgestattet war der Club ziemlich edel und schick, da durfte auch die Eisskulptur mit Club-Logo in der Mitte nicht fehlen. Ganz James Bond, halt. Nur die D-Jane war ziemlich schlecht und hatte wahrscheinlich einen ihrer ersten Auftritte. Alles in allem aber ein gelungener Abend.




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