Für jedes Urlaubsereignis gibt es bekanntlich ein erstes Mal: die erste Flugreise, der erste Urlaub ohne die Eltern, das erste Mal im Mietwagen durch ein fremdes Land unterwegs sein… Nachdem wir das ja alles schon abgehakt haben, können wir nun ein weiteres must-have unserer Liste hinzufügen: das erste Mal auf einer Kreuzfahrt. Und welcher Zeitpunkt bietet sich hierfür besser an, als Spring Break?
Gebucht hatten wir über’s Internet für unschlagbare $399, zuzüglich Parkgebühren und diverser anderer Kleinigkeiten versteht sich. Preislich gab es sogar noch günstigere Angebote, aber wir wollten unbedingt die Karibik-Tour machen und nicht die Alternativ-Route nach Cozumel in Mexico. Die Vorfreude war also dementsprechend groß, und gemäß dem Prinzip der Torschlußpanik haben wir uns gesagt: wann kommt man denn ansonsten nochmal dazu eine Kreuzfahrt für nur 250€ zu machen?
Los ging’s vom Port of Miami, beeindruckend gelegen zwischen Miami und Miami Beach, genau auf Höhe von Star Island (wo Shaq und Gloria Estefan kampieren), mit gigantischem Blick auf die Skyline. Im Hafen waren 4-5 Ozeanriesen vor Anker. Der Kleinste, die Carnival Imagination, war unserer. Hier kurz die Zusammenfassung der technischen Daten (irgendein Freak interessiert sich schließlich immer dafür):
- ca. 260m lang
- Tonnage: 70.367
- Crew: 920 Mann
- Kapazität für 2052 Gäste
- macht 21 Knoten
- Registriert in Nassau, Bahamas
Das Einschiffen lief eigentlich fast reibungslos ab (nur Marco’s abgelaufenes Visum machte mal wieder Probleme), schließlich legen hier fast jeden Tag Kreuzfahrtschiffe ab. Meiner Meinung nach ist das „Kreuzfahren“ in Amerika auch wesentlich populärer als in Europa: viele Passagiere hatten nämlich schon eine handvoll Fahrten hinter sich. Das mag sicherlich auch mit den Preisen zusammenhängen – ich hätte auch nie gedacht, dass man so „günstig“ dabei wegkommt. Dazu kam auch noch, dass gerade Spring Break war und so waren sehr viele junge Leute mit an Bord (60% junge Leute, 20% Familien, 20% ältere Menschen).
Direkt an Bord ging’s erstmal daran unseren „stateroom“ (zu dt. Kabine) auszuchecken und die war bestens ausgestattet – nicht zu klein, alles neu eingerichtet, mit 24-Uhr-Zimmerservice und täglich neuen Handtuch-Wickel-Kreationen. Das war also schonmal erste Sahne. Die Crew – wie wir schnell herausfanden – rekrutierte sich eigentlich fast nur aus Ausländern. Die meisten davon aus Indien, den Philippinen und Peru. Alle nett und zuvorkommend – auch hierfür nur beste Noten.
Danach stand die erste Schiffsinspektion an. Wir waren beide ja noch nicht wirklich lange auf See gewesen (meine längste Überfahrt waren bis dato 4 Stunden von Italien nach Korsika) und ich könnte jetzt seitenlang beschreiben, was dieses tolle Schiff alles an Bord hatte – aber ich verpreche mich kurz zu fassen.
- keine Kreuzfahrt ohne Gewichtszunahme, schließlich isst man die Hälfte der Zeit nur: und was für Essen es gab, einfach sensationell, aber mehr dazu später (2 dining halls, 2 lounges, bars, sushi-bar, grill, bistro…)
- natürlich gab’s ein Spielcasino an Bord
- auch Pools, Yakuzis, Wasserrutschen und Sonnenliegen sind mittlerweile Standard an jedem Deck zwischen Müggelsee und Golf von Mexiko
- Minigolfkurs, Gym, Massagestudio, Tischtennis
- Bibliothek
- duty-free shopping-Meile und Auktionssaal
- Disco und dance clubs
- Entertainment-Halle für Veranstaltungen wie revues oder der klassische amerkianische Bingo-Rentner-Abend
- etc.
Also, wahrscheinlich hab ich noch die Hälfte vergessen. Jedenfalls waren wir recht sprachlos und ziemlich beeindruckt, was so alles an Bord eines Schiffs passt, das sich zugegebenermaßen zurecht „fun ship“ nennt. Gegen 17:00 Uhr setzten wir dann Segel, oder genauer verließen den Hafen von Miami im Sonnenuntergang in Richtung Kuba. Viele Bilder davon hat Marco schon in den Flickr hochgeladen, u.a. von uns beiden bei der Evakuierungsübung und beim Besuch der unfertigen Art Gallery. Ein Bericht über den ersten Tag auf See und Ausflüge nach Grand Cayman und Jamaica werden folgen. Stay tuned!




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